Boehncke-Sarkowicz
Boehncke-Sarkowicz

Hans Sarkowicz: Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler.
der Hörverlag
8 CDs mit ausführlichem Booklet

Die Produktion von hr2-kultur (http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/) wurde als bestes Sachhörbuch 2017 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Geheime-Sender/Hans-Sarkowicz/der-Hoerverlag/e503833.rhd

https://www.perlentaucher.de/buch/hans-sarkowicz/geheime-sender.html

http://www1.wdr.de/kultur/buecher/geheime-sender-104.html

http://www.hr-inforadio.de/programm/wissenswert/geheime-sender-der-rundfunk-im-widerstand-gegen-hitler-,wissenswert-geheime-sender-100.html

http://www.literaturmarkt.info/cms/front_content.php?idcat=93&idart=9724

http://www.zeit.de/2017/11/deutscher-hoerbuchpreis-preistraeger-hans-sarkowicz

https://www.morgenpost.de/incoming/article208293153/Geisterstimmen.html

https://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/191639/index.html

https://www.buchhandel.de/buch/Geheime-Sender-9783844523263

https://www.amazon.de/Geheime-Sender-Rundfunk-Widerstand-Hitler/dp/384452326X

http://www.audible.de/pd/Bildung-Wissen/Geheime-Sender-Der-Rundfunk-im-Widerstand-gegen-Hitler-Hoerbuch/B01LZJ1M6C?ef_id=WSXK7QAAAFpLg2v_:20170827100852:s&s_kwcid=AL!647!3!216079284674!b!!g!!&gclid=EAIaIQobChMInov66ZX31QIVDTobCh3xugF6EAAYASAAEgLeg_D_BwE&rfa=1


Am 29. März 1942, in der Nacht zum Palmsonntag, bombardierten Flugzeuge der britischen Royal Air Force Lübeck. Weite Teile der Altstadt wurden zerstört, viele Menschen starben oder wurden obdachlos.
Wenige Tage danach sprach der im amerikanischen Exil lebende Thomas Mann über die BBC zu seinen „Deutschen Hörern“. Wer erwartet hatte, dass der Literaturnobelpreisträger den Angriff auf seine Heimatstadt verurteilen würde, traute seinen Ohren nicht. Denn Thomas Mann wünschte den britischen Piloten weiterhin „guten Erfolg“. Er habe nichts einzuwenden „gegen die Lehre, dass alles bezahlt werden muss“. Denn schließlich sei es die deutsche Luftwaffe gewesen, die zuerst britische Städte wie Coventry in Schutt und Asche gelegt hatte. Die entschiedene Haltung Thomas Manns zu den alliierten Bombardements wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs immer wieder zitiert, um die angebliche deutschfeindliche Gesinnung des Emigranten und mit ihm der gesamten Emigration zu dokumentieren.
Die Sendungen des Deutschen Dienstes der BBC hatten viele Deutsche während des Krieges gehört, obwohl das „Abhören ausländischer Sender“ verboten und mit hohen Strafen belegt war. Thomas Mann war die herausragende Persönlichkeit im Programm der BBC. In einem Radiostudio in Los Angeles nahm er seine Appelle an die „Deutschen Hörer“ auf Platte auf, die dann nach New York geschickt wurde. Von dort ging die Rede entweder per Telefon oder über eine spezielle Kurzwellenfrequenz nach London und wurde wieder auf Platte aufgezeichnet, die dann in der Sendung ablief. Eine umständliche Prozedur, aber damals die schnellste Möglichkeit.
58 Mal forderte Mann zwischen Oktober 1940 und Mai 1945 seine Hörer über die BBC auf, in Deutschland eine Widerstandsbewegung aufzubauen und Sabotageakte zu verüben, um Hitler zu stürzen und den Krieg zu beenden. Sein Ton wurde dabei von Mal zu Mal schärfer und polemischer. Nur elf dieser Aufnahmen haben sich, teils fragmentarisch, erhalten.
Von den deutschsprachigen Programmen, die von den Alliierten während des Krieges produziert wurden, sind nur relativ wenige private und staatliche Mitschnitte überliefert. Zum Teil wurden sie in neutralen Staaten wie Schweden oder der Schweiz angefertigt. Die meisten Rundfunkstationen in Großbritannien, der Sowjetunion oder in den USA hatten offenbar kein Interesse daran, ihre Sendungen (zum Beispiel auf Platten oder Stahlbändern) aufzuzeichnen oder voraufgezeichnete Produktionen zu archivieren. Selbst vom Deutschen Dienst der BBC, der seit September 1938 täglich sendete, hat sich nur ein Bruchteil der Nachrichten, Kommentare, Features, Sketche und Lieder erhalten. Recht gut dokumentiert in Originalaufnahmen sind lediglich die amerikanischen Sender Stimme Amerikas, Radio Luxemburg, ABSiE (American Broadcasting Station in Europe) und Annie.
Der unermüdlichen Sammeltätigkeit des 1952 gegründeten Deutschen Rundfunkarchivs (
http://www.dra.de/) ist es verdanken, dass heute ein repräsentativer Querschnitt durch die deutschsprachigen Rundfunkaktivitäten der alliierten Sender in Originaltönen vorliegt. In einigen Nachlässen und Archiven sind zudem Sendemanuskripte, zumindest für einige Stationen, überliefert, so dass auch Programme, von denen es keine Aufzeichnungen existieren, zumindest teilweise rekonstruiert werden können. Eine weitere wichtige Quelle sind die Abhörberichte der Monitordienste, die alle kriegführenden, aber auch neutrale Staaten unterhielten. Gelegentliche Erwähnungen der Sender in den geheimen Lageberichten der SS, in den Meldungen der Exil-SPD und in internen Vermerken deutscher Stellen geben einen Eindruck davon, welche Programme, trotz des Verbotes, in Deutschland gehört wurden und wie die Menschen darauf reagierten.
Das deutschsprachige Programm der BBC, das auf dem Höhepunkt der Sudetenkrise am 27. September 1938 erstmals ausgestrahlt wurde, war die wichtigste Informationsquelle für alle Deutschen, die den offiziellen Verlautbarungen der Reichssender nicht trauten und den Mut aufbrachten, „Feindsender“ zu hören. Staatlich verordnete Propagandalügen, wie sie im deutschen Rundfunk üblich waren, gab es bei der BBC nicht. Oberstes Prinzip von Hugh Carlton Greene, dem Chefredakteur des Deutschen Dienstes, war: „Never tell a lie“. Für die satirischen Beiträge, wie die Sketche von Kurt und Willi, die aktuellen „Kommentare“ von Frau Wernicke oder die Briefe des Gefreiten Hirnschal von der Ostfront, galt diese Einschränkung allerdings nicht. Die teils sehr humorvollen Texte wurden von deutschen Emigranten verfasst. Die Kommentare allerdings, die zumeist einen offiziösen Charakter hatten, blieben, wie alle leitenden Positionen, britischen Staatsangehörigen vorbehalten, mit der einzigen Ausnahme Thomas Mann.
Bei den amerikanischen und sowjetischen Sendern war das anders. Radio Moskau hatte bereits 1929 mit einem deutschsprachigen Programm begonnen, um die Errungenschaften des Kommunismus auch in Deutschland bekannt zu machen. Für die deutschen Emigranten, die nach der Machtübernahme Hitlers in Moskau Zuflucht nahmen, war der Rundfunk ein wichtiger Arbeitgeber. Unter zum Teil schwierigen Arbeitsbedingungen und in ständiger Angst denunziert zu werden, hatten sie innerhalb enger Grenzen sogar Freiräume. Allerdings war Zensur durch diverse staatliche Stellen und durch die Exil-KPD selbstverständlich. Hinzu kam, dass sich die Beiträge der jeweiligen Situation anpassen mussten, denn die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich waren erheblichen Schwankungen unterworfen. So verschwanden nach dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom August 1939 gegen Hitler gerichtete Sendungen buchstäblich über Nacht. Eine neuerliche Kehrtwendung brachte der deutsche Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. In der psychologischen Kriegsführung nahmen Radio Moskau und die zusätzlich von Exil-Kommunisten gegründeten „Freiheitssender“ eine wichtige Rolle ein. Die deutschsprachigen Programme mit Nachrichten über die militärische Situation und die innenpolitische Lage in Deutschland gestalteten kommunistische Politiker und Schriftsteller wie Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Herbert Wehner, Johannes R. Becher, Max Keilson, Theodor Plievier, Erich Weinert, Friedrich Wolf und Ernst Busch. Offene Agitation für das Sowjetsystem unterblieb soweit wie möglich, aber der wahrheitsgetreuen Berichterstattung fühlten sich die Sender nicht verpflichtet. Nach der Kapitulation der 6. Deutschen Armee in Stalingrad kam noch ein weiterer Sender hinzu. Deutsche Kommunisten und kriegsgefangene deutsche Soldaten gründeten am 12. Juli 1943 in der Nähe von Moskau das Nationalkomitee Freies Deutschland, das eigene Sendefrequenzen erhielt. Enttäuscht von seinen westlichen Verbündeten setzte Stalin wieder auf die deutsche Karte. Damit wollte er der Wehrmacht signalisieren, nach dem Sturz Hitlers über einen Frieden verhandeln zu können. Die Mitglieder des Nationalkomitees und des wenig später gegründeten Bundes deutscher Offiziere riefen in ihren Radiosendungen die noch kämpfenden deutschen Soldaten auf, die Waffen niederzulegen und sich ihnen anzuschließen. Zahlreiche kriegsgefangene deutsche Generäle, unter ihnen auch Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, der letzte Kommandeur der 6. Armee, sprachen selbst und sollten damit Vertrauen schaffen, denn Goebbels hatte verkünden lassen, die Sowjets würden alle Kriegsgefangene umbringen.
In fast allen deutschsprachigen Programmen der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs spielten Kriegsgefangenensendungen eine herausragende Rolle. Kriegsgefangene deutsche Soldaten sprachen selbst und schickten Grüße an ihre Angehörigen. Das war so attraktiv, dass die Sendungen auch zu ungünstigen und für die deutschen Hörer gefährlichen Zeiten, nämlich tagsüber, ausgestrahlt werden konnten. Die SS registrierte diese nicht erwartete Resonanz mit großem Unbehagen. So hieß es am 11. März 1943 in ihren täglichen Meldungen aus dem Reich:
„Auch würden allabendlich im Moskauer Rundfunk eine größere Anzahl von Namen deutscher Kriegsgefangener bekanntgegeben. Für die Benachrichtigung der Angehörigen würden die zahlreichen Hörer dieser feindlichen Sendungen sorgen. (Nach einer Meldung aus Danzig ist eine dortige Familie von vier unbekannten Männern nacheinander aufgesucht worden, welche mitteilten, dass ihr Sohn im Moskauer Sender gesprochen habe. Außerdem ist die Familie hiervon durch fünf anonyme Briefe aus verschiedenen Reichsgebieten unterrichtet worden.) Diese Gerüchte hätten schon, heißt es in einer Meldung, dazu geführt, dass ein Teil der Bevölkerung im Gegensatz zu früher in der russischen Gefangenschaft nicht mehr ein furchtbares Schicksal erblicke, welchem der Tod unbedingt vorzuziehen sei.“
Hörerbindung mit Kriegsgefangensendungen erreichten neben Radio Moskau vor allem der Deutsche Dienst der BBC und die Stimme Amerikas.
Ein staatliches deutschsprachiges Programm hatte es in den USA zunächst nicht gegeben. Private Sender wie CBS oder NBC strahlten deutsche Programme über Kurzwelle aus, um frühzeitig den Werbemarkt für die Zeit nach dem Krieg zu besetzen. Für sie arbeiteten u. a. Bertolt Brecht, Ferdinand Bruckner und Mascha Kaleko als Gastautoren. Der Volksempfänger besaß allerdings keine Kurzwellen teil. Obwohl die BBC regelmäßig Bastelanleitungen sendete, um aus dem Volksempfänger einen Weltempfänger (mit Kurzwelle) zu machen, verhallten die gegen Hitler und die Nationalsozialisten gerichteten Beiträge in Deutschland ungehört. Nicht viel anders sah es bei der nach dem Kriegseintritt der USA gegründeten Stimme Amerikas aus, selbst wenn sie die in Deutschland gut zu empfangenen Mittelwellenfrequenzen der BBC nutzte.
Der Sender, der vom staatlichen Office of War Information gegründet worden war, hatte zunächst nur Beiträge für die Privatradios geliefert. Erst Ende 1942 begann der Aufbau eines eigenen Sendernetzes an der Ostküsste der USA mit Richtantennen nach Europa und Nordafrika. 40 Kurzwellensender strahlten schließlich 20 verschiedene Programme aus, die in 8 Studios, verteilt über die Vereinigten Staaten produziert wurden. Zu den bekanntesten Mitarbeitern der deutschsprachigen Sendungen der Stimme Amerikas gehörten die Schriftsteller Ernst Erich Noth, Hans Sahl und Leopold Schwarzschild, die Enkelin Richard Wagners, Friedelind Wagner, der Theologe Paul Tillich und Lotte Lenya, die Vertonungen von Bertolt Brecht und Kurt Weill sang.
Beiträge der Stimme Amerikas übernahm auch der im Oktober 1944 von den Westalliierten gegründete Sender Radio Luxemburg, dessen Chefredakteur im Offiziersrang der Schriftsteller Hans Habe war. Er und seine Mitarbeiter, zu denen auch Stefan Heym gehörte, entwickelten eine erstaunlich modern anmutende Programmkonzeption. Habe sandte, wie er sich später erinnerte, „von Zeit zu Zeit Armeewagen in die besetzten Landstreifen Deutschlands, die mit modernen Bandgeräten ausgestattet waren. Meine Reporter interviewten deutsche Bürger, insonderheit Bürgermeister und Beamte, die von der Militärregierung eingesetzt worden waren, um die Deutschen mit der Selbstverwaltung vertraut zu machen. Diese Interviews strahlten wir über ins verlieren müssedie von Dr. Goebbels ausgestreuten Märchen über die Gräueltaten der Besatzungsarmee zu zerstreuen“.
Von Anfang an bestand eine enge Zusammenarbeit mit der BBC, der Stimme Amerikas und der American Broadcasting Station in Europe (ABSiE), die bereits im April 1944 von aus ihren Betrieb aufgenommen hatte. ABSiE war ein streng überwachter amerikanischer Regierungssender mit der Aufgabe, die offizielle Politik Washingtons in unausgesprochener Konkurrenz zur BBC zu vertreten. Als stellvertretender Leiter der deutschsprachigen Abteilung verfasste Golo Mann, der Sohn von Thomas Mann, regelmäßig Kommentare, in denen er, wie sein Vater über die BBC, seinen Hörern darlegte, warum das nationalsozialistische Deutschland den Krieg verlieren werde. Daneben wurden über den Sender die Anordnungen der Alliierten Militärverwaltung für die und Radio Luxemburg war ABSiE der meistgehörte alliierte Sender in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs in Deutschland.
Neben den offiziellen Sendern hatten die Amerikaner Ende 1944 noch den Tarnsender „1212“ eingerichtet, der durch gezielte Falschmeldungen den Übergang der alliierten Streitkräfte über den Rhein erleichtern sollte. Den deutschen Hörern wurde vorgegaukelt, es handele sich bei „1212“ um einen Wehrmachtssender mit Standort am Rhein.
Die Redakteure von „1212“ bedienten sich aus der Trickkiste der „schwarzen“ Rundfunkpropaganda, die der britische Journalist Sefton Delmer erdacht und zu einer schlagkräftigen Waffe entwickelt hatte. Für den Detailreichtum der Sendungen, die außerhalb Londons unter strengster Geheimhaltung entstanden, sorgten ein dichtes Netz von Spionen, die Aussagen von Kriegsgefangenen und abgefangene Feldpostbriefe. Im Juni 1941 hatte Delmer „Gustav Siegfried Eins“ auf die Reise geschickt. Die Hörer sollten das Gefühl haben, die privaten Sendungen einer deutschen Untergrundorganisation zu verfolgen. Der „Chef“ prangerte Korruption, Profitgier und Sittenlosigkeit der nationalsozialistischen Führungsclique an. Er sparte dabei nicht mit Fäkalausdrücken und beschrieb voller gespielter Abscheu die angeblichen sexuellen Ausschweifungen von Hitlers Führungselite. Das Konzept war ebenso einfach wie erfolgreich. Geschickt ließ Delmer Gerüchte ausstreuen und Misstrauen säen. Mit seiner deftigen Sprache, die vor allem ein kleinbürgerliches Publikum, aber auch Soldaten der Wehrmacht erreichen sollte, wurde „Gustav Siegfried Eins“ zum bekanntesten Schwarzsender des Zweiten Weltkriegs. Das bewährte Muster verwendete Delmer auch für den „Sender der SS-Kampfgruppe York und den SS-Sender Hagedorn, die aber trotz „authentischer“ Besetzung mit ehemaligen NS- und SS-Funktionären keine Resonanz fanden. Mit seinen weiteren Kreationen, dem Sender Astrologie und Okkultismus, mit dem er sich an leichtgläubige Deutsche wandte, und dem Arbeitersender, hinter dem eine linke Widerstandsgruppe stehen sollte, scheint Delmer ebenfalls so gut wie keine Hörer erreicht haben. Dagegen fand der vorgeblich katholische Sender Christus König sein Publikum und war 31 Monate in Betrieb.
In der Sowjetunion wurden die Kreationen Delmers kopiert. Die beiden Schriftsteller Fritz Erpenbeck und Max Keilson erfanden den Sender der SA-Fronde, der von der SS als gefährlich eingestuft und mit heftigen Störaktionen bekämpft wurde.
Eine sowjetische „Spezialität“ waren die „Geisterstimmen“. Sprecher in einem Studio von Radio Moskau kommentierten deutschen Nachrichtensendungen live. Dafür wurde die Sendeleistung kurzfristig stark erhöht und auf die Frequenz des nationalsozialistischen Deutschlandsenders geschaltet. Nicht kommunistische Propaganda, sondern die Verunsicherung der deutschen Bevölkerung war das Ziel dieser unheimlich klingenden Zwischenrufe wie „Nieder mit Hitler und dem Nationalismus!“ Wenn es den Sowjets schon gelang, in die deutschen Nachrichtensendungen einzudringen, dann konnte es auch nicht mehr lange dauern, bis sie in Deutschland selbst standen.
Speziell an deutsche Soldaten wandten sich mehrere Sender, die seit 1942 aus Sefton Delmers Giftküche kamen. Der Kurzwellensender Atlantik und der Soldatensender West gaben vor, von Kameraden für Kameraden gemacht zu sein, und übten deshalb auch „kameradschaftliche Kritik“ an der Wehrmachtsführung. Mit flotter Musik und lockeren Sprüche, bei genauer Kenntnis von Truppenteilen, wurden die Sender schnell bekannt. Selbst höhere deutsche Offiziere durchschauten die perfekte Tarnung gar nicht oder erst spät. Ziel war es, durch erfundene und durch in ihrer Detailtreue bestechend echten Meldungen Verwirrung unter den deutschen Soldaten zu stiften, was vor allem in den letzten Kriegsmonaten, als die Informationskanäle innerhalb der Wehrmacht kaum noch funktionierten, offenbar gelang.
Aber ihr großes Ziel, die Dauer des Zweiten Weltkriegs zu verkürzen und damit zahlreiche Menschenleben zu retten, haben die deutschsprachigen Sender der Alliierten nicht erreicht. 

MONSIEUR GÖTHÉ

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© Hans Joachim Sarkowicz